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Ruhige Kugel schieben

In Allgemein on Dezember 15, 2010 by schmittchen11

Pünktlich 8:30 Uhr sitze ich an meinem Tisch und tippe die ersten Memos in den Computer. Der neue Chef trifft glatte zwei Stunden später ein. Braust an mir vorbei in sein Büro. Kurze Zeit später, steht er wieder in der Tür. „Frau, ähm…“ „Schmidt“ mit dt und sonst wie jede andere Tippse in diesem Bürokomplex, merken sie sich das, denke ich mir. „Bitte, machen Sie mir einen Kaffee. Merken Sie sich gut, fast schwarz mit drei Spritzer Milch und keinem Zucken, die Tasse nur halb voll, sonst trink ich zu viel…“ „Und bekommst hoffentlich einen Herzinfarkt“, denke ich mir. „Ich sag ihnen das nur einmal, sobald ich ins Büro komme, hätte ich gern brühwarm den Kaffee da, sonst komme ich nicht in die Gänge und vertue meine Zeit in diesem grässlichen Gebäude.“ „Natürlich, Herr Walkiwitz“. 14:30 Uhr war er schon wieder weg, wollte zum Essen, sagte er. Wahrscheinlich sein zweites Mittag. Eine Stunde später war er wieder da, verzog sich in sein Büro und war bis Abend nicht mehr zu sehen. Was der den ganzen Tag dort drin gemacht hat, weiß ich nicht. Aber Zigarre hat er geraucht, die kam zum Schlüsselloch heraus. Ich habe die Dinge abgearbeitet, die liegen geblieben sind, die restlichen Stunden habe ich nichts getan, im Internet nach ein paar neuen Winterstiefeln geschaut. Hatte noch nie so wenig zu tun wie heute. Vielleicht wird das mit meinem neuen Chef besser. Wäre doch ein schönes Geschenk, über das ich mich wirklich freue. Dann hätte der Chefwechsel doch etwas Gutes, ich dachte schon, mich will das Leben auf immer und ewig bestrafen.

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